L1003002.jpg

Thomas Keydel

The Third Pole 

 

Desertifikation oder Wüstenbildung bezeichnet die Austrocknung von Landflächen, mit schwerwiegenden ökologischen Folgen, verursacht durch natürliche oder menschengemachte Prozesse.

 

Die Himalaya Region mit ihren welthöchsten Gipfeln speichert in ihren Gletschern nach den beiden Polen die größte Menge an Süßwasser weltweit, welches durch Flüsse wie den Indus ganze Länder speist – daher die Bezeichnung Der Dritte Pol. Mit der aus den enormen Wasserbassins gewonnenen Energie und Landwirtschaft dieser Region werden mehrere Millionen von Menschen in den angrenzenden Ländern Asiens versorgt.

 

Seit Generationen durchstreifen die Changpa Nomaden die Hochebenen Ladakhs, in Nordindien, immer auf der Suche nach frischen Weidegründen für ihre Tiere, hauptsächlich Kaschmirziegen. Sie sind die einzigen Menschen, die dauerhaft in Höhen von über 4000 Metern Höhe leben, immer abhängig vom umgebenden Land. Doch das karge nomadische Leben und die Folgen der Klimaerwärmung sorgen dafür, dass die jungen Generationen sich für ein einfacheres Leben abseits ihrer Herkunft entscheiden und die nomadische Kultur damit in Gefahr gerät. 

 

Durch Überbewirtschaftung und enorme CO2 Ausstöße fällt im Winter immer weniger Schnee und Eis auf den Gletschern und in Folge weniger Wasser im Frühjahr und Sommer. Die Klimaerwärmung in den Hochgebirgen schreitet durch die chemikalische Prozesse in der Kryosphäre, also den auf der Erde vorkommenden Eismassen, schneller voran als anderswo. 

Ganze Steppen vertrocknen oder versalzen und überflutende Flüsse im Frühjahr spülen die noch übrigen Nährstoffe und Mineralien aus den Böden. Das fragile Ökosystem der Himalaya Region, die Heimat der Changpa und einer vielfältigen Flora und Fauna gerät ins Wanken.

 

 

Thomas Keydel ist freier Fotojournalist und arbeitet seit 2019 an dem Thema Desertifikation.