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Charlotte Schmitz

Take me to Jermany

Von 2015 bis 2016 fotografierte Charlotte Schmitz die Polaroid-Serie
„Take me to Jermany“, die die gefährliche Reise von Asylbewerbern aus
der Türkei nach Europa dokumentiert und ihre Figuren zu Co-Autoren macht. Die Mainstream-Berichterstattung verstärkt oft ein stereotypes Bild von Asylsuchenden und bezieht sie kaum in die Erzählung ihrer eigenen Geschichte ein. Die Künstlerin lud die von ihr fotografierten Menschen ein, auf ihre Polaroids zu schreiben und so ihre eigenen Erzählungen zu kreieren - ihre Geschichten offenbaren eine nuancierte, menschliche, nachvollziehbare Tiefe. 

 

Viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, nahmen 2015 den gefährlichen Seeweg von der Türkei nach Griechenland auf sich, um in Europa eine neue Heimat zu finden. Deutschland übernahm eine führende Rolle bei der Koordinierung der EU-Reaktion auf die humanitäre Krise und wurde zum Symbol einer neuen „Willkommenskultur“. Die positive Einstellung war nicht von Dauer. 

 

„Ich sehe nur Menschen, keine Menschlichkeit“, steht auf einem der Polaroids. Ein schmerzhaftes, ergreifendes Statement, das auch eine zeitlose Beschreibung der Nachwirkungen des EU-Türkei-Deals in Griechenland ist, wo Asylsuchende immer noch unter schrecklichen Bedingungen leben und in der rechtlichen Schwebe auf den Inseln oder an anderen Orten des Balkans festsitzen.

http://www.charlotteschmitz.com